20 Jahre Power-Netz – die Firmengeschichte 1. Teil: 1998 – 2010

In diesem Jahr feiert Power-Netz sein 20-jähriges Firmenjubiläum. Konkret bedeutet das: Hosting seit 1998 – Power-Netz entstand also im letzten Jahrtausend.

In kaum einem Umfeld haben sich seitdem die Rahmenbedingungen, Anforderungen und Entwicklungen so stark verändert wie in der IT. Nicole Kühne, Geschäftsführerin von Power-Netz, beschreibt, wie Power-Netz entstand und was sich in den letzten 20 Jahren in dem mittelständischen Unternehmen aus Niedersachsen getan hat.   

Geschäftsführerin Nicole Kühne

Wie ist Power-Netz eigentlich entstanden, Frau Kühne?

1998 – wir versetzen uns zurück in eine Zeit, in der es noch kein flächendeckendes Internet, geschweige denn Smartphones, gab. Auch an den Suchmaschinen-Giganten Google war erst nach der Entstehung von Power-Netz zu denken.

Mein Mann, Michael Kühne, studierte damals an der Bundeswehruniversität in Hamburg. Zusammen mit seinem Freund und Kommilitonen stellte er damals fest, dass sich da in Richtung Internet etwas Phantastisches entwickelte, was viel Potential mit sich bringt. Das Gespür, dass viele Unternehmen und Firmen eine eigene “Visitenkarte” ins Internet bringen wollten und der Bedarf eigener Webseiten geweckt war, trügte nicht. Überall hörte man plötzlich www….

Es fehlte an deutschen Unternehmen, die die entsprechende Technik und Infrastruktur für das klassische Hosting zur Verfügung stellten. Zusammen mit einem weiteren technisch versierten Kunden der ersten Stunde entwickelte das “Dreigestirn” Ideen und Umsetzungspläne für das Hosting-Business. Power-Netz war 1998 geboren.

In der Anfangszeit der Firmengründung wurden zwei Wohnungen in einem Hochhaus auf der Hamburger Reeperbahn zu Büros umfunktioniert und über die Balkone miteinander “vernetzt”. Aus heutiger Sicht absolut abenteuerlich, aber für IT-Startups in der damaligen Zeit nichts Ungewöhliches. Wir waren also kein „Garagenhoster“, sondern quasi ein „Balkonhoster“. Und es funktionierte. Es wurden Ideen für das Geschäftsmodell gesammelt und dann ging es los.  

Das Einzelunternehmen K-Internet (K stand für Kühne) bot zunächst den Vertrieb von Domains an. Diese wurden per Post oder per Fax vom Kunden beantragt und wiederum per Fax von uns an die jeweiligen Vergabestellen in den USA (.com, .net, .org) weitervermittelt. E-Mail-Verkehr zwischen Kunde und Dienstleister war schließlich noch nicht flächendeckend üblich und von Interfaces für automatisierte Beantragungen träumte man noch…..

Im nächsten Schritt wurde auch Speicherplatz, ergänzend zu den Domains, mit in das Produktportfolio aufgenommen. Diese wurden zunächst mit extern angemietetem Speicherplatz realisiert. Erst im weiteren Verlauf ging man mit eigenen Servern im Rechenzentrum in Köln an den Start.

Produkte wie definierte Webpakete, eigene Server sowie SSL-Verschlüsselung wurden designed, um den Kunden die Auswahl zu erleichtern und das anfangs sehr beratungsintensive Geschäft durchsichtiger zu machen. Auch hier wurden alle eingehenden Bestellungen zunächst manuell abgearbeitet.

So sah im Übrigen die erste Serverausstattung aus dem Jahr 1999 noch mit DM-Preisen aus:

Im Jahr 2000 wurde ein Büro im Niedersächsischen Bad Gandersheim, der Heimat der beiden Studienkollegen, angemietet. Die Endetage eines alten Fachwerkgebäudes im Herzen der Stadt wurde aufwändig für das wachsende Team von Power-Netz ausgebaut.

 

 

 

 

Da die Nachfrage nach Hosting stetig wuchs, wurden Automatisierungen erforderlich. Mit zusätzlichen Mitarbeitern wurde ein eigenes Server-Interface und Reseller-Interface gebaut. Und auch ein Kundenverwaltungs-Tool, ein Abrechnungssystem, ein Ticketsystem oder ein Domainverwaltungssystem gab es damals nicht von der Stange. Alles was benötigt wurde, wurde mit intern selbstentwickelter Software gelöst. Um die Worte eines alteingesessenen Programmierers bei Power-Netz aufzugreifen “damals hatte Entwickeln noch eine ganz andere Bedeutung. Heute gibt es für alles  Software out-of-the-Box.”

Das Hosting bei Power-Netz basierte übrigens von der ersten Minute an auf Redhat. Mit dem Fokus auf Linux-Distributionen sind wir dieser Technologie bis heute treu geblieben.

Wie kam Power-Netz an seine ersten Kunden?

Marketing-Aktivitäten oder Werbebudgets waren in dieser Zeit übrigens Fehlanzeige. Es war schlichtweg nicht erforderlich, Neukunden zu akquirieren. Die Kunden kamen ganz automatisch und rannten uns zu Beginn förmlich die Bude ein. Sie kamen auf Empfehlung, denn der Service von Power-Netz, einem deutschen Hoster, sprach sich rum. Google oder andere Suchmaschinen gab es ja noch nicht. Das Wunderbare ist, dass wir auch heute noch Kunden der ersten Stunde betreuen, die uns bis heute aus Überzeugung treu sind. Unser herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an diese treuen Kunden! 

Wie sah der Kundenservice in den Anfangsjahren aus?

Die Kundenbetreuung beschränkte sich in den ersten Jahren auf die Produktberatung anrufender Kunden. Diese erfolgte unter einer damals durchaus üblichen kostenpflichtigen 0900- bzw. 01805-Servicenummer, was uns mit unserer heutigen Dienstleistungsmentalität wirklich zum Schmunzeln bringt. Als die ersten Telefon-Flatrates an den Markt kamen, wurde diese Rufnummer allerdings kundenfreundlich durch eine Festnetznummer abgelöst.  

Power-Netz wurde Anfang des 21. Jahrhunderts offizieller Domainregistar verschiedenster Registries…

Das ist richtig. Vielen Kunden war es wichtig, Domains direkt an der Quelle zu beziehen. Getrieben durch diesen Wunsch wurde Power-Netz im Jahr 2003 offizieller Domainregistrar bei folgenden Registrierungsstellen:

  • DENIC eG (zentrale Registrierungsstelle der Top Level Domain „.de„)
  • EURid (Registrierungsstelle der länderspezifischen Top-Level-Domain „.eu„) 
  • Nic.at (zentralen Registrierungsstelle für „.at“ Domains) 

2004 gab es weitere Veränderungen: Power-Netz wurde Teil der “Symgenius GmbH & Co. KG”. Woher kam der Name?  

Die Personengesellschaft Power-Netz wurde im Jahr 2004 umgewandelt in die Symgenius GmbH & Co. KG, deren alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer Michael Kühne war. Da wir bis dato unter Power-Netz.de bekannt geworden waren, behielten wir diesen Namen für unsere Vertriebsplattform bei.

Langjährige Mitarbeiter erzählen, dass prägnante Namen stets ein Team-Findungsprozess waren. Der Name Symgenius z.B. setzte sich zusammen aus dem Wort “Symbiose” für “zusammen” sowie dem Wort “Genius”, dem “Erzeuger” oder “Schutzgeist”. “Genius” wurde damals wohl aber eher mit dem Wort “genial” in Verbindung gebracht. Da wir bis dato unseren Kunden unter dem Namen Power-Netz.de bekannt sind und waren, wurde der Name Power-Netz für unsere Vertriebsplattform im Internet beibehalten. Für die Chronik: auch der Name “Power-Nic”, den wir bis heute als Domainregistrierungssystem verwenden, wurde von Mitarbeitern aus der Vertriebsplattform Power (.Netz) und nic (offizielle Bezeichnung für Registry) kreativ zusammengesetzt.

Auch der Firmenstandort in Düsseldorf kam 2004 hinzu. Warum erfolgte dieser Schritt?

2004 wurde es erforderlich, dass unsere eigenen Administratoren und Techniker an einem zweiten Firmenstandort in Düsseldorf eingesetzt wurden. Der eigene dedizierte Serverpark wuchs und wuchs stetig und musste durch eigenes Personal vor Ort im Rechenzentrum gehegt und gepflegt werden.

Im Lauf der Jahre erfolgten mehrere Relaunches der Webseite (2002 und 2009) und des Bestellsystems.

Webseite 2002:

Webseite 2009:

Getrieben von der Marktentwicklung, Kosten- und Energieeinsparungen im Serverbereich realisieren zu müssen, waren die technischen Veränderungen rund um das Thema “Virtualisierung” besonders einschneidend.

Auch der steigende Bedarf an wachsenden Serverkapazitäten, der steigende Trafficbedarf, die stetig wachsende Leistungsfähigkeit von Rechnern und Komponenten bestimmte in all den Jahren unser Handeln.

2010 gab es einen tragischen Einschnitt in der Firmengeschichte von Power-Netz.  Was war passiert?

Das stimmt. Im Oktober 2010 verunglückte mein Mann Michael Kühne im Alter von 41 Jahren tödlich bei der Ausübung seiner Leidenschaft – dem Gleitschirmfliegen.

Sein plötzlicher Tod schockierte alle Mitarbeiter und löste auch bei vielen Kunden tiefe Betroffenheit aus. Ohne viel nachzudenken übernahm ich als Quereinsteigerin die Geschäftsführung: ich profitierte von meinem beruflichen Background aus der Betriebswirtschaft, der Personalführung und dem Qualitätsmanagement.

Bei aller Trauer sah ich meine allererste Verantwortung darin, die Existenzen aller Mitarbeiter und deren Familien zu sichern. Daher richtete sich auch meine erste Ansage, verbunden mit einer Frage, an das gesamte Team: “ Wenn Ihr es auch wollt, dann schaffen wir es zusammen, die entstandene Lücke zu füllen!” Natürlich ging es auch darum, Michaels“Baby” mit allen Kunden dahinter nicht aufzugeben. Gemeinsam nahmen wir die Herausforderung an.

Ich fand es bemerkenswert, wie wir in dieser Zeit sinnbildlich “alle in einem Boot saßen”. Alle Mitarbeiter gaben weiterhin ihr Bestes und setzten sich auch in dieser ungewissen Umbruchphase unermüdlich für die Belange der Kunden ein. Dies rechne ich jedem einzelnen Mitarbeiter bis heute hoch an. Sicherlich gab es eine gewisse Sicherheit, dass die Firma seit 12 Jahren stetig gewachsen war und finanziell stets stabil da stand.

Inhaltlich stand ich persönlich mit dem Thema “Hosting” vor einer großen Herausforderung.

Ich erinnere mich noch gut an unsere erste gemeinsame Auftaktveranstaltung im Januar 2011. In einem gemeinsamen Audit erhoben wir Basics

  • wie ist unsere Kundenbasis strukturiert
  • was zeichnet uns als Dienstleister aus
  • warum sind uns unsere Kunden treu?
  • wohin geht die Reise? 

Wie es in den ersten Monaten nach der Firmenübernahme bei Power-Netz weiterging, erfahren Sie im zweiten Teil.

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